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Noch ist es nicht zu spät. Rettet das Hochhaus An der Urania 4-10!

An den Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Christian Gaebler, die Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt,
den Leiter der Stabsstelle Architektur Hr. von Oppen sowie die Geschäftsführerin der BIM Birgit Möhring & die Geschäftsführung der DEGEWO als Bauträgerin des Projektes.


DIE SITUATION

Das Hochhaus An der Urania 4-10 in Berlin Schöneberg ist Eigentum des Landes Berlin und ein Bau von Werner Düttmann aus den 1960er Jahren. Das Gebäude soll im Januar 2024 abgerissen werden. Eine Ikone der Berliner Architektur droht damit verloren zu gehen. Auch im Hinblick auf die Klimakrise ist ein Abriss eines statisch funktionsfähigen Hochhauses aus Stahlbeton nicht mehr zeitgemäß.  

AUFRUF

Wir fordern die BIM als Eigentümerin des Gebäudes sowie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung dazu auf:

  1. Veranlassen Sie einen sofortigen Stopp des maschinellen Rückbaus


  2. Machen Sie die Liegenschaft zu einem Fall von übergeordneter städtischer Bedeutung und veranlassen Sie eine Umbauplanung


  3. Machen Sie aus dem für das Grundstück geplanten Realisierungswettbewerb für den Neubau einen 2 stufigen Wettbewerb zur Umnutzung  des Gebäudes






Warum ist das Hochhaus An der Urania 4-10 erhaltenswert?


  1. Das Gebäude an der Urania 4-10 ist eines der prägenden Gebäude im Areal der “City West”, das wie kaum ein anderes in Berlin für den Städtebau der Nachkriegszeit in Berlin steht. Immer mehr der Gebäude aus den 60er und 70er Jahren verschwinden aus dem Stadtbild. Wir glauben, dass die Stärke Berlins in seiner Vielfalt an Baustilen besteht und das Gebäude an der Urania als identitätsstiftender Bau zum baukulturellen Erbe dieser Zeit gehört.

  2. Ein Abriss und Neubau des Gebäudes würde ca. 13.000 Tonnen CO2
    emittieren. Das entspricht in etwa einer Menge von CO2, die der Tiergarten in 27 Jahren absorbieren kann1
    – der Tiergarten wäre also 27 Jahre beschäftigt, nichts anderes mehr zu machen, als die Emissionen dieses einzelnen Abbruchs und Neubaus zu binden. Eine Sanierung des Gebäudes würde nur 10 % dieser Emissionen verursachen. Die Baubranche ist für ca. 35% der deutschlandweiten CO2-Emissionen verantwortlich, die hauptsächlich durch den Abriss und Neubau von Gebäuden entstehen. Es ist das Gebot der Stunde, umzubauen, damit die Energie in den Gebäuden erhalten bleibt.

  3. Eine Sanierung ist in der Regel günstiger, als ein Abriss und Totalneubau.

  4. Das Gebäude An der Urania 4-10 ist mit dem Schadstoff PCB belastet. PCB ist ein Schadstoff, der krebserregend und inzwischen verboten ist. Er kommt in tausenden Gebäuden im ehemaligen Westdeutschland vor, vorwiegend in den Dehnfugen zwischen Betonfertigteilen. Bei einem Abriss des Gebäudes An der Urania 4-10 und vieler weiterer, vergleichbarer Gebäude werden die Primärquellen des PCB als Sondermüll behandelt, die restlichen Materialien, die als Sekundärquellen von PCB gelten, werden auf Deponien gebracht, wo das PCB über kurz oder lang bis ins Grundwasser vordringen kann –  Abrisse lösen das PCB Problem also nicht, sondern verlagern es nur an weniger sichtbare Orte. Wir brauchen deshalb dringend neue Methoden, wie diese Gebäude saniert werden können, statt sie alle abzureißen und das PCB auf Deponien unkontrolliert in die Umwelt freizugeben.

Testlabor für PCB-Sanierung


Die Sanierung von PCB in Gebäuden ist möglich, indem die Primärquelle des PCBs entfernt und angrenzende, betroffene Gebäudeteile (Sekundärquellen) versiegelt werden. Das Gebäude an der Urania 4-10 ist in städtischem Eigentum. Es würde sich hervorragend eignen, um Lösungen zur Sanierung von PCB in großem Stil zu erproben – denn berlinweit und deutschlandweit wird es noch tausende weitere Fälle geben, in denen eine PCB-Sanierung notwendig sein wird.

Herr Gaebler, Frau Kahlfeldt, Herr von Oppen, Frau Möhring, nutzen Sie das Objekt, um ein Modellprojekt des Umbauens zu beginnen!


Der erste Schritt der PCB-Sanierung ist bereits geschehen und bezahlt, denn vor einem maschinellen Abriss müssen zunächst die Primärquellen der Schadstoffe entfernt werden. Das passiert momentan. Die Restbelastung an PCB (Sekundärflächen) kann versiegelt und das Gebäude weiter genutzt werden.
Sparen sie die angesetzten 1,5 Millionen Euro2 für den maschinellen Abbruch und setzen Sie das Geld für eine Umbauplanung ein.

Dazu müssen detailliertere Schadstoffuntersuchungen des Bestandes beauftragt werden – das bisherige Schadstoffgutachten betrachtet nur die Variante Abriss, und prüft nicht, wie die Schadstoffbelastung im Falle eines Umbaus behandelt werden kann.

Vor allem aber braucht es zum Erhalt des Gebäudes an der Urania 4-10 eine Entscheidung: Den Willen, das Gebäude zu erhalten und Maßnahmen für die Sanierung einzuleiten.

Das Baukollegium hat im Juli 2023 die Ausschreibung einer Machbarkeitsstudie empfohlen, um die Weiternutzung des Gebäudes an der Urania 4-10 zu prüfen. Weder die  BIM noch die Senatsverwaltung haben den Auftrag umgesetzt und eine entsprechende Studie wurde nie ausgeschrieben. Die Initiative an.ders Urania gründete sich im Oktober 2023 und besteht aus Mitgliedern aus den Bereichen Architektur, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur, Soziologie und Kunst. Unsere “Machbarkeitsstudie von unten”, in der wir zusätzlich zu dieser Petition
ausführlich darlegen, wie das Gebäude an der Urania 4-10 erhalten, saniert und umgebaut werden kann, ist
hier zu finden.


Noch ist es nicht zu spät. Rettet das Hochhaus An der Urania 4-10!


1 jährliche CO2 Bindung pro Baum: quelle︎︎︎.
Anzahl Bäume im Tiergarten: in Rücksprache mit dem Berliner Grünflächenamt. quelle︎︎︎

2 Schilp, Susanne: Schadstoffbelasteter Bürokomplex soll neuem Wohn-Gewerbe-Bau weichen. Berliner Woche, 3. Mai 2023. quelle︎︎︎

© Initiative an.ders Urania, 2023